Redeangst ist kein Urteil - Du kannst sie verlernen
- vsteinmueller
- 18. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt unzählige Menschen, die im Alltag kluge Gedanken haben, brillante Ideen entwickeln oder tiefgehende Beobachtungen machen – und die trotzdem kaum Gehör finden. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten. Sondern weil Redeangst sie zurückhält.
Gerade zurückhaltende oder introvertierte Menschen kennen dieses Gefühl nur zu gut: das Herz klopft, die Stimme zittert, die Hände werden feucht, sobald sie vor anderen sprechen sollen. Alle Augen sind auf sie gerichtet, und plötzlich scheint das richtige Wort unerreichbar. Oft führt diese Angst dazu, dass man im Job übersehen wird, weniger Verantwortung übertragen bekommt oder gar auf der Stelle tritt. Und das, obwohl so viel Potenzial vorhanden wäre.
Redeangst ist keine Schwäche
Viele Betroffene empfinden ihre Nervosität als Makel. Doch das ist sie nicht. Redeangst ist ein erlerntes Verhalten – eine Reaktion, die unser Körper entwickelt hat, um uns in vermeintlich gefährlichen Situationen zu schützen. Dass die „Gefahr“ heute kein wilder Säbelzahntiger, sondern ein Meetingraum voller Kolleg:innen ist, erkennt unser Nervensystem nicht.
Die gute Nachricht: Was einmal erlernt wurde, kann auch wieder verlernt werden.
Veränderung ist in jedem Alter möglich
Egal ob mit Anfang 20, mitten im Berufsleben oder kurz vor der Rente – unsere Fähigkeit, neue Denk- und Verhaltensmuster zu entwickeln, bleibt erhalten. Mit Übung, Geduld und den richtigen Strategien kann jeder Mensch lernen, sicherer zu sprechen. Das beginnt oft mit kleinen Schritten: ein kurzer Beitrag in einer Besprechung, eine kleine Präsentation im vertrauten Kreis, ein bewusstes Atemtraining, bevor man das Wort ergreift.
Mit der Zeit entsteht eine neue Erfahrung: „Ich habe gesprochen – und ich habe es überlebt.“ Aus dieser Erkenntnis wächst Stück für Stück Selbstvertrauen.
Die eigene Stimme zählt
Es wäre schade, wenn wertvolle Gedanken und Ideen ungesagt bleiben, nur weil die Angst lauter ist als die Stimme. Wer seine Redeangst überwindet, erfährt nicht nur beruflich neue Möglichkeiten, sondern auch ein ganz neues Gefühl von Freiheit. Die eigene Meinung zu teilen, gehört zu den stärksten Formen der Selbstwirksamkeit – und genau das macht unser Leben reich und sinnvoll.
Vielleicht bist du selbst jemand, der bisher lieber im Hintergrund geblieben ist. Dann sei dir bewusst: Es ist nie zu spät, deine Stimme zu erheben. Und du musst den Weg nicht allein gehen – Coachings, Seminare, Mentoren oder kleine tägliche Übungen können dich Schritt für Schritt begleiten.
Denn die Welt braucht deine Gedanken.
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